Texte

1. Schmerzstiller
2. Refugium in Finsternis (Stille gräbt tiefer als Worte) [Cut Version]




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Schmerzstiller


Ich weiß, was für eine Last du trägst.
Ich sehe tief in dein zerrissenes Herz.
Ich weiß, was du brauchst und was dir fehlt,
denn ich spüre tief in dir Enttäuschung und Schmerz.

Nichts hier ist ewig, und wir werden vergehen.
Und die Welt dort draußen wird dich nie verstehen.
Versuch gar nicht erst ihr zu gefallen.
Lass mich lieber tiefer noch in dich sehen…

Warum atmest du eigentlich nicht durch mich?
Ich leih dir meinen Körper, meine Lungen.
Wo die Angst liegt, liegt da nicht auch der Weg?
Nur vergiss das Atmen nicht!

Atme!
Wie ein gehetztes Tier
Atme!
das rennt durch die Nacht
Atme!
Bis sich etwas regt
In den Schmerz hinein
Bis sich der Schleier legt

Atme!
Wir sind wie Glühwürmchen…
Es bedarf der Dunkelheit,
damit man unsere Schönheit sieht.


Wann fängst du an, es zu genießen?
Jede noch so schöne Blüte muss vergehen.
Leben atmen heißt nicht selten Wunden lecken.
Aber lass mich jetzt tiefer noch in dich sehen…

Warum schreist du dir nicht einfach die Seele aus dem Leib?
Ich leih dir meine Stimme, meine Lungen.
Vergiss, dass du bloß mein Spiegelbild bist.
Nur vergiss das Atmen nicht!

Atme!
Wie ein gehetztes Tier
Atme!
das rennt durch die Nacht
Atme!
Bis sich etwas regt
In den Schmerz hinein
Bis das Glas beschlägt

Atme!
Wir sind wie Glühwürmchen…
Atme!


Ich schreibe dir jetzt ein kleines Geheimnis
in den kondensierten Atem auf der Spiegelscheibe.
Schon Alice wusste um diese Dinge…
Du wirst es beim nächsten Mal dann spiegelverkehrt lesen.
Man sagt ohnehin, mein Humor sei eher grotesker Natur.

Komm, wir erforschen dies’ Gefühl in dir.
Es braucht Aufrichtigkeit, um alles zu verstehen.
Oder gehörst du etwa zu diesen Selbstverrätern,
die sich nicht trauen, tiefer in den Spiegel zu sehen?

Du kämpfst gegen Windmühlen wie Don Quijote…

Du verletztes Land,
von Kummer überschwemmt
von Stürmen zerfurcht,
verhüllt in Trauer und eisigem Wind.

Zu deinen prunkvollsten Gewölben
führt ein einsamer Schacht.
Doch Wege im Dunkel
finden nur Kreaturen der Nacht.

Atme!
Du gehetztes Tier,
Atme!
das flieht durch die Nacht.
Komm jetzt, atme!
Bis sich etwas regt
In den Schmerz hinein
Bis sich der Schleier legt

Atme Feuer, Verbrennung,
Ruß und Asche, Auferstehung…
Spür’ dein Leben!
Atme!
In faulendes Fleisch hinein
Hinein in Angst und Wut
So, wie du bist, bist du gut!

Du hast ein Leben…
Und ich möchte, dass du es atmest.




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Refugium in Finsternis (Stille gräbt tiefer als Worte) [Cut Version]


Manchmal vermissen wir.
Doch was einmal war,
wird so nie wiederkehren.
Wollen wir nicht auch das
ein wenig genießen?


Einmal mehr Licht
Einmal mehr Glanz
Doch einzig Regen, der ans Fenster schlägt,
ist heilsam.

Dort, wo wir wie im Traum wandeln,
wo sich unsere Hände fanden,
versiegeln wir unsere Herzen:
Refugium in Finsternis.

Es war auch schön,
dieses Licht noch einmal zu sehen,
all die wundervollen Umrisse darin auszumachen.
Doch wir bevorzugen den Regen.


Gott ist nicht tot.
Sie schläft nur.
Hält ihre unverstandene Schönheit
im Verborgenen.
Sie hat viele Fluchtwelten.
Doch nur in dieser sah sie,
es war nicht gut.

Kaum ein Herz kann ihre Narben sehen.
Erwartungen, wie Stacheldraht eingewachsen in ihr Fleisch.
Weil der Mensch alles
nach seinen begrenzten Vorstellungen formen will…

Lasst sie endlich gehen!


Wir können hier nicht ewig bleiben
Müssen lernen, miteinander zu schweigen
Wir können hier nicht ewig bleiben
Müssen lernen, miteinander zu schweigen


War nicht am Anfang nur Dunkelheit?
Waren nicht Stille und Einsamkeit
einmal die Quelle ihrer Sehnsucht
und damit der Born ihrer heilenden Kunst?

Manchmal ist Rückzug notwendig.
Ganz sicher nicht, um sich geschlagen zu geben.
Sondern um sein Wertvollstes zu bewahren.
Unberührt…

Die aufrichtigste Form von Schönheit
braucht keine Licht.

(Stille gräbt tiefer als Worte)
(Stille gräbt tiefer als Worte)

Denn in diesem Licht…
(Stille gräbt tiefer als Worte)
…gibt es keine Heilung.
(Stille gräbt tiefer als Worte)


Wir können hier nicht ewig bleiben
(Stille gräbt tiefer als Worte)
Müssen lernen, miteinander zu schweigen
(Stille gräbt tiefer als Worte)
Wir können hier nicht ewig bleiben
(Stille gräbt tiefer als Worte)
Müssen lernen, miteinander zu schweigen
(Stille gräbt tiefer als Worte)

(Stille gräbt tiefer als Worte)
(Stille gräbt tiefer als Worte)

Stille gräbt tiefer als Worte
Du wirst es gleich spüren…
(Stille gräbt viel tiefer als Worte)

Denn in absoluter Stille,
in einem Schneckenhaus,
kämpft man nur noch
mit sich selbst.




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